Moderne Technik geballt mit neuesten Brancheninformationen
Die IFBA ist in der Stadt Kassel eine feste Größe geworden, denn bereits zum achten Mal in Folge fand die größte europäische Fachmesse der Berge - und Abschleppbranche in den Messehallen Kassel statt. Volker Grandjean, der 1. Vorsitzende des VBA, freute sich, dass trotz einzelner Insolvenzen und Veränderungen die gleiche Fläche wie in der Vergangenheit seitens der Aussteller gebucht wurde. Angefangen vor 38 Jahren als reine Fahrzeugmesse auf einem kleinen Außengelände bietet die IFBA heute eine umfassende Produktpräsentation rund um die Branche angefangen vom LFB (LKW für Fahrzeugbeförderung), AWU (Abschleppwagen Unterfahrlift) bis hin zu speziell auf den Abschleppbetrieb zugeschnittenen Softwarelösungen. So fand der Fachbesucher nicht nur einen kompletten Überblick der neuesten Fahrzeugtechnik für die Branche, sondern darüber hinaus ein umfassendes Angebot an Zubehör- und Dienstleistungsangeboten rund um die Branche. Das Informationsangebot und der Austausch stehen an oberster Stelle, so dass die IFBA als Informationsplattform Nr. 1 bezeichnet werden kann. So trafen sich rund 5.500 Fachbesucher aus dem In- und europäischen Ausland an den drei Tagen in Kassel. Im Gespräch mit den Ausstellern betonten diese, dass die Qualität der Fachgespräche und Kontakte auf der IFBA im Vergleich zu anderen Messen besonders hervorzuheben ist, da es sich bei den Besuchern fast ausschließlich um Fachbesucher handelt, die Entscheidungen treffen und ihre Erfahrungen aus der Praxis an die Aussteller weiter geben.
Das Thema reale Nutzlast war das wohl am stärksten diskutierte Thema bei den Aufbauherstellern, da die Überprüfungen seitens der Behörden in der letzten Zeit enorm zugenommen haben. Die Fahrzeuge werden bei den Kontrollen verwogen und verschiedene Abschleppbetriebe berichteten über empfindliche Strafen bei Überschreitung der Achs- oder Nutzlast. Dabei ist zu bemerken, dass das Gesamtgewicht gerade bei den PKW im Oberklassesegment stark angestiegen ist. Dies bedingt auch die Anhebung der Kriterien im Leistungsbereich A1 und A2 bei den Verkehrsservicevereinen. Ab Februar 2011 wird beispielsweise in Hessen/Thüringen in der Leistungskategorie A1 eine Nutzlast von mindestens 2,5 t und im Leistungsbereich A2 eine Nutzlast von mindestens 3,5 t gefordert. Das spiegelte sich auch in den Gesprächen und Nachfragen bei den Aufbauherstellern wider. "Die Unternehmer gehen lieber auf Nummer sicher, da die Kontrollen stark zugenommen haben und die geforderten Nutzlasten sicherlich nicht nur in vereinzelten Bundesländern zukünftig eine Rolle spielen und wählen ein dementsprechend geeignetes Fahrgestell", kommentierte ein Aussteller.
Für den reinen Transport standen die in diesem Jahr verstärkt präsentierten Sattelauflieger im Fokus. Kleine wendige Hubbrillenfahrzeuge, die für Verkehrsbehinderungen und den Einsatz in engen, niedrigen Parkhäusern bestens geeignet sind, wurden laut Aussage der Aussteller direkt auf der Messe geordert.
Die Königsklasse der Spezialfahrzeuge für den Bergungs- und Abschleppbetrieb ist der AWU (Unterfahrlift). Die auf der Messe ausgestellten unterschiedlich ausgestatteten Modelle fanden somit auch große Aufmerksamkeit bei den Besuchern. Bei diesen Aufbauten steht die Umsetzung der individuellen Einsatzanforderungen im Vordergrund. So werden die Produkte durch die Hinweise und Anforderungen aus der Praxis Gespräche ständig optimiert. Der Aufbauhersteller Brechtel zeigte in diesem Jahr besondere Präsenz bei den Unterfahrliften und stellte insgesamt 5 verschiedene Modelle aus seinem Programm aus.
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Der moderne Abschleppbetrieb von heute hat sich zu einem umfassenden Dienstleistungsbetrieb entwickelt. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Vielfalt der Themen und Aussteller auf der IFBA wider. Zeitgemäße Softwarelösungen für die Branche, Versicherungs- und Finanzierungskonzepte und die Präsentation von fachgerechter Ölspurbeseitigung sind hier als Beispiele genannt. Kontakte zu den Vertragspartnern wurden intensiviert oder neu geknüpft, denn die namhaften Automobilclubs waren neben Vertretern der Autovermietungsgesellschaften sowie Notrufgesellschaften vor Ort.
Das Programm:
Ein sehr informativer Workshop wurde von der TABA GmbH(Technische Akademie Bergen und Abschleppen) angeboten. Erich Zweckberger, Geschäftsführer der TABA, referierte über die Besonderheiten der Sozialvorschriften im Straßenverkehr und ging dabei insbesondere auf die Pflichten der Unternehmer nach den EG/EWG Vorschriften ein. Ein aktuelles Urteil zur Mautpflicht wurde beleuchtet und auch das Thema Ladungssicherung auf dem Plateau wurde angesprochen. Damit gab er einen kurzen Überblick über die große Themenvielfalt, die auch innerhalb der Seminare der TABA behandelt werden.
Bei den Praxisvorführungen wurde die moderne Technik der Verkehrsflächenreinigung demonstriert. Die Ölspurhexe der Firma Wehners reinigte problemlos eine Fettspur aus Kondensmilch ohne Einsatz von Chemie. Mit der Biotec No. 1 der Firma Biotec wurde das fahrbahnschonende Schrubb-Saug-Verfahren bei der Ölspurnassreinigung live gezeigt.
Ein Symposium zum Thema "Reinigung ölverschmutzter Verkehrsflächen der DWA IG-7(GMAG) /THW/RAL GGVU auf dem Messegelände rundete die Informationen zur fachgerechten Ölspurbeseitigung ab, zu dem gesondert eingeladen wurde. Das Thema Ölspurbeseitigung auf Verkehrsflächen ist seit Jahren ein stark diskutiertes Thema. Innerhalb des Symposiums wurde unter anderem das Merkblatt DWA M 715 ausführlich erläutert, rechtliche Aspekte beleuchtet, Aspekte der versicherungswirtschaftlichen Seite berücksichtigt und die fachgerechte Technik vorgestellt. Die schon traditionelle Podiumsdiskussion "Kasseler Runde" stellt die aktuellen Themen der Branche in den Fokus. An dieser Diskussionsrunde nahm Herr Karl-Hein Kroha vom ADAC, Herr Manfred Lenk vom ACE, Stefan Schlesinger vom AvD, Klaus Stemig von ap und Volker Grandjean vom VBA teil. Es wurde über die Zukunftsausrichtung der Clubs bzw. Assisteure im Hinblick auf die Vertragspartnerschaften und deren Herausforderungen gesprochen. Für die Mitglieder des VBA stellt die Jahreshauptversammlung, die innerhalb der IFBA durchgeführt wird, einen Höhepunkt der drei Tage dar. Innerhalb dieser Veranstaltung wurde nicht nur ein Rückblick auf die Tätigkeiten und den Bilanzbericht des vergangenen Geschäftsjahres gegeben, sondern auch wichtige Informationen für die Abschleppunternehmer standen im Fokus.
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